Die BDS-Vorwürfe gegen Adania Shibli seien haltlos, meint das deutsche Feuilleton. Doch die Autorin sprach sich mehrfach für einen Boykott Israels aus.
„Eine Nebensache“ von Adian Shibli am Stand des Berenberg-Verlags auf der Frankfurter Buchmesse Foto: Arne Dedert/dpa
Dass die Preisvergabe kurzfristig verschoben wurde, dürfte auch an der medialen Kritik gelegen haben. In der taz erinnerte Carsten Otte daran, dass der WDR-Journalist Ulrich Noller aus Protest schon in diesem Sommer aus der den „LiBeraturpreis“ vergebenden Jury ausstieg, da Shiblis Roman ihm zufolge „antiisraelische und antisemitische Narrative“ bediene. Otte kritisierte die Einseitigkeit des Romans, der Israelis als „Vergewaltiger und Killer“ und Palästinenser als Opfer darstelle.
Ob Motive wie Insekten, die mit Menschen in Verbindung gebracht werden, oder die anzitierte Brunnenvergiftung antisemitische Bildsprache bedienen, sollte sich zumindest fragen lassen dürfen. Was jedoch vor allem für Entrüstung sorgte, ist der von Otte geäußerte Vorwurf, Adania Shibli stehe dem BDS nahe.
Fälschlicherweise hieß es zuerst, die Absage der Preisverleihung sei eine gemeinsame Entscheidung Litproms, der Buchmesse und Shiblis gewesen, dabei war die Autorin darin nicht eingebunden. Wie eine Sprecherin Litproms mitteilte, sei es da im Austausch mit Shibli und ihrem Verlag „unter Zeitdruck leider zu mehreren Missverständnissen“ gekommen. Belege für die „Behauptung“, Shibli sei eine aktive BDS-Unterstützerin, liegen ihnen nicht vor, schreibt Litprom der taz.
Philosophieren über „Sprengstoffe“ Eindeutig positioniert sich Shibli in einem der taz vorliegenden Artikel, den sie in der heute hisbollah-nahen libanesischen Zeitung al-Akhbar publizierte. Der Text ist auf Arabisch noch im Netz zu finden. Der taz liegt eine ins Deutsche übersetzte Fassung vor. Darin schreibt sie über das Toronto Film Festival, das 2009 einen Fokus auf Tel Aviv setzte.
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