Am Sonntag wird nach kurzem und heftig geführtem Wahlkampf gewählt. Giorgia Meloni, die als Parteichefin der rechtsnationalen Fratelli d'Italia die größte Einzelpartei des Rechtsblocks anführt, hat aufgrund von Umfragen gute Chancen auf das Amt der künftigen Ministerpräsidentin.
an die Spitze der Regierung zu bringen. In drei Jahrzehnten hat sich die gebürtige Römerin an allen Männern vorbei gekämpft und ist zum Gesicht der Rechten in Italien geworden.
Warum gerade die Erben der Faschisten die am 15. Januar 1977 geborene Giorgia überzeugten, ist nicht ganz klar. Meloni spricht von einer Instinktentscheidung. Dass die Wahl mit dem kommunistischen Vater zusammenhing, der die Familie früh verließ, will sie so nicht bestätigen. Giorgia und Schwester Arianna wurden im Arbeiterviertel Garbatella in Rom von der Mutter und den Großeltern aufgezogen.
Die Partei wurde ihre zweite Familie, Meloni kandidierte früh für politische Ämter. Der MSI wurde in Alleanza Nazionale umbenannt und 1994 erstmals in die Regierung geholt. Parteichef Gianfranco Fini distanzierte sich 2003 vom Faschismus und bezeichnete diesen als das „absolut Böse“. So eine klare Aussage zu den Wurzeln ihrer Partei vermeidet Meloni bis heute. Sie brach mit ihrem Förderer.
2006 wurde Meloni ins Parlament gewählt und zwei Jahre später die jüngste Ministerin der Geschichte Italiens. 2012 gründete sie Fratelli d'Italia, die nach einem enormen Zulauf in den vergangenen Monaten im Herbst 2022 stärkste Einzelpartei werden kann. Meloni steht für klar rechte Standpunkte: Sie will Migranten - vor allem aus Afrika - abwehren und Italien als Nationalstaat innerhalb der EU stärken. Sie will hart gegen Kriminalität vorgehen und neue Gefängnisse bauen. Ihre Maxime ist „Gott, Vaterland, Familie“. Meloni hat seit 2016 eine Tochter , ist mit deren Vater aber nicht verheiratet. Sie ist gegen das Recht homosexueller Paare, Kinder zu adoptieren.
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