Vor einem Abbruch müssen Schwangere ab sofort per Ultraschall den Herzschlag des Fötus anhören. Kritiker sehen darin den Versuch, Abtreibungen ins moralische Zwielicht zu rücken. Ungarn
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Laut der Formulierung, die Innenminister Sándor Pintér vorlegte, heißt es nun umständlich, bei der Beantragung eines Schwangerschaftsabbruchs müsse eine Frau eine fachärztliche Bescheinigung vorweisen, der zufolge ihr"die Faktoren, die auf das Vorliegen der Lebensfunktionen des Embryos hinweisen, zur Kenntnis gebracht" wurden. In Ungarn gilt, wie in Deutschland, die Fristenlösung.
Das neue Gesetz in Ungarn geht nicht so weit. Kritiker bezeichnen es allerdings als Versuch, Abtreibungen ins moralische Zwielicht zu rücken. Aron Demeter, Sprecher von Amnesty International Ungarn, sagte, das Dekret würde"den Zugang zu legalen und sicheren Abtreibungen erschweren". Die Gesetzesänderung sei"aus dem Nichts gekommen, ohne irgendeine Art von öffentlicher und professioneller Konsultation zu diesem Thema".
Tatsächlich verweist die Fidesz-Regierung in ihrer Begründung darauf, dass auch der nationale Hebammenverband die neue Bestimmung befürworte. Offenbar aber existiert dieser Verband seit 2017 gar nicht mehr; er wurde aufgelöst.
In ungarischen Medien sind die Reaktionen auf das neue Gesetz zweigeteilt. Die regierungskritische Zeitungkommentiert, die Regierung wolle offenbar"langfristig die Herrschaft der Staatsmacht über den weiblichen Körper wiederherstellen". Die Fidesz-Zeitunglobt hingegen, das"Herzton-Dekret" sei"ein kleiner Sieg der Lebensschützer über den Todeskult".
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