Matteo (40) ist Bauingenieur bei Siemens, Riccardo (27) Softwareingenieur bei Tesla – nach Berlin zugezogen, finden sie keine vernünftige Wohnung. Geht das noch?
Kurz vor seinem 40. Geburtstag beschloss Matteo, nach Berlin zu ziehen. Eigentlich gefiel ihm das Leben im norditalienischen Genua, über seine Wohnsituation konnte er ebenfalls nicht klagen. 750 Euro warm zahlte er für eine 90 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung im Stadtzentrum mit Balkon. Dennoch wollte der Bauingenieur, der Infrastrukturprojekte wie U-Bahnhöfe in der ganzen Welt betreut, beruflich wachsen.
Am 3. November sind die drei Monate um, in denen sein Arbeitgeber einen Zuschuss für das Hotelzimmer gewährt. Ab dann muss er die 1380 Euro pro Monat allein stemmen. Aufgeben möchte er allerdings nicht, zumindest noch nicht. „Ich bin ein geduldiger Mensch“, sagt er. „Irgendwann, wenn es wirklich nicht klappt, muss ich mir eine Lösung überlegen. Aber an dem Punkt bin ich noch nicht. Es muss doch möglich sein, etwas zu finden.
„Als wir angefangen haben, haben wir den Leuten fünf Wohnungen am Tag gezeigt, und sie konnten sich eine aussuchen“, sagt Sabine Engelhardt. Inzwischen seien sie an den Punkt gekommen, an dem es nur darum ginge, überhaupt eine Unterkunft zu finden. „Sie müssen flexibel sein, was den Bezirk angeht. Und sie müssen Abstriche machen.“ Damit ihre Arbeit sich rentiert, suchen sie mittlerweile maximal zwei Monate und schließen Bewerber mit zu niedrigem Einkommen aus.
„Für unsere Kunden, die aus allen Ländern der Welt kommen, ist Deutschland erst mal der Jackpot, weil sie besser bezahlt werden“, ergänzt Christine Gerkrath. „Aber ihr Bild stimmt mit den Lebensverhältnissen nicht überein. Da müssten die Firmen viel früher darüber aufklären, wie der Wohnungsmarkt hier ist. Und dann müsste man die Politik wachrütteln, es muss sich was ändern.
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