Harald Welzer: „Es kann in Deutschland gefährlich sein, sich öffentlich zu äußern“

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Harald Welzer im Interview über das medienkritische Buch „Die vierte Gewalt“, das er mit Richard David Precht geschrieben hat. HaraldWelzer richprecht

Könnte die Eindeutigkeit, mit der dieser Krieg betrachtet wird, nicht durch die historische Erfahrung der Deutschen begründet sein?

In der Gemengelage der Motive mag das eine Rolle spielen. Es werden historische Versatzstücke in Anspruch genommen, als Begründung für die einzig richtige Haltung. Wenn man sich das historisch präzise anguckt, ist es eben nicht einfach. Wie lange hat es denn gedauert, bis tatsächlich etwas gegen die Judenvernichtung unternommen wurde? Das hat bis Kriegsende gedauert, und es war die Rote Armee, die Auschwitz befreit hat.

Ein weitere Diagnose, die Sie in Ihrem Buch stellen, lautet: Journalisten wollen über Politik nicht nur berichten, sie wollen Politik machen. Aber Journalisten haben doch in Kommentaren und Leitartikeln immer Politik kritisiert, Verbesserungsvorschläge gemacht. Wo sehen Sie den qualitativen Sprung?Ja, aber auch die Community der Ärzte, die die Dosis verschreiben. Denken Sie nur an die Inkriminierung des Satzes von Angela Merkel: Wir schaffen das.

Sie sprechen ja sogar von Mediokratie, von einer Kolonisierung der Politik durch die Medien. Es gibt doch aber auch eine Wechselwirkung zwischen Politik und Medien. Politiker beschäftigen Spindoktoren und Kommunikationsberater und versuchen, die Medien für sich zu instrumentalisieren, oder? Klar, es gehören immer two to tango. Man kann bei Gerhard Schröder anfangen, dem Medienkanzler. Und man kann gucken, wer bei wem Pressesprecher wird, aus welchem Medium die kommen und wohin die hinterher zurückgehen. Diese Übergangszonen gibt es schon relativ lange, aber unter veränderten Bedingungen der medialen Kommunikation werden die möglicherweise wirksamer und die Rollen verändern sich ein bisschen mehr.

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