Die AfD ist im Umfragehoch. Im Osten ist sie derzeit die stärkste Partei. Obwohl sie sich massiv radikalisiert hat – oder genau deshalb? Ein Report
Es ist der erste warme Abend im Mai, da muss sich Andreas Kalbitz fragen, ob er politisch tot ist. Überall steigen die Umfragewerte, die Partei erlebt einen zweiten Frühling. Doch seltsam, hier, im sächsischen Freital, ist davon nichts zu spüren. Drei Dutzend Leute sind gekommen, um Kalbitz beim „Freitagsspaziergang“ zu begleiten. Eine Familie mit Kleinkind, fidele Kegelschwestern, mittelalte Männer, denen die Verbitterung das Gesicht zerfurcht hat.
Hält das Umfragehoch an, hat sie überall beste Chancen, stärkste Kraft zu werden. Die Geschichte vom Aufstieg der AfD ist auch eine Geschichte des Absturzes von Andreas Kalbitz. Zum zweiten Frühling der Partei passt keiner mehr, der offensiv am rechten Rand nach Wählern fischt.Die AfD ist endgültig in der Mitte etabliert.
Und jetzt der nächste Eklat. Die Veranstaltung in der Botschaft war ein nur mühsam getarnter PR-Gipfel für Russlands Krieg, das Get-together einer Querfront, wie sie sich der Kreml für Deutschland wünscht – mit Putin-Kumpel und Altkanzler Gerhard Schröder , Ex-SED-Funktionär Egon Krenz und ein paar anderen überzeugten Putinisten aus der Linkspartei.
Lucassen kann sich das leisten. Er ist 71 und nicht mehr auf ein Mandat angewiesen. Es scheint, als sei ihm die Partei fremd geworden. Er sagt, er habe immer gehofft, der Osten und der Westen würden schneller zusammenwachsen. Aber er habe sich getäuscht. „Der Ukraine-Krieg hat die ideologischen Unterschiede erst zutage gefördert.“Die AfD ist zurück – extrem, laut, ruppig. Dabei, sagt der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer, sei sie eigentlich nie weg gewesen.
„Ich vermute, dass die AfD politisch isoliert bleiben wird– mit dem Ergebnis, dass immer schwierigere Koalitionen um sie herumgebaut Rüdiger Lucassen erfüllt das mit Genugtuung. „Ich habe noch nie so oft das Wort ‚illegale Migration‘ von Politikern der Ampel gehört wie in den letzten Tagen – wir sprechen davon seit September 2015.“ Solange es aber bei Lippenbekenntnissen bleibe, blieben die Wähler weiterhin bei der AfD.
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