Deutschland diskutiert über die Vier-Tage-Woche, während zehn Prozent der Berufstätigen süchtig nach Arbeit sind. Eine Krankheit, die von der Gesellschaft sogar belohnt wird. Und manche in den Ruin treibt.
. Nie wünschten sie sich weniger. Seit Monaten wird über die Vier-Tage-Woche diskutiert, der Berliner Senat erwägt für den öffentlichen Dienst ein Modellprojekt.
Gut 30 Prozent aller Arbeitnehmer arbeiten exzessiv, ergab eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung Perfiderweise ist ihr Problem, solange es nicht als Krankheit betitelt wird, die Ursache für Lob. Für Beförderungen und Triumphe. Das Glück ist bekanntlich mit den Tüchtigen, und deshalb auch Erfolg, Bewunderung und Solvenz. Oder?Arbeitssucht, sagt Fridolin, bedeute in Wahrheit „viel arbeiten ohne Erfüllung – und mit potenziell tödlichem Ausgang“.
„Die Medizin behauptet noch immer: Arbeitssucht gibt es nicht“, sagt Fridolin. Zumindest ist es keine von den Krankenkassen mit einer Nummer versehene Diagnose. Man kann nur die Folgen diagnostizieren, die Erschöpfung, den Bluthochdruck, die Schlaflosigkeit. Man arbeitet ja nicht als Bauer, man ist einer. So wie man Politiker „ist“. Oder sagt jemand: Der arbeitet „als Politiker“? Schon sprachlich verlangt dieser Beruf nach dem ganzen Menschen.. Arbeit endet für den, der immer erreichbar ist, nie. Für den, der nicht Nein sagen kann, schon gar nicht.Natürlich wird nicht jeder automatisch süchtig durch Arbeitskultur und Technik. Sie erhöhen nur die Wahrscheinlichkeit.
Mit Arbeit zog Fridolin sich am Schopf aus dem Sumpf: Abi mit guter Note. Zivildienst. Studium mit 20. Einerseits lernte er Freunde kennen. Andererseits ertappte er sich dabei, Vollzeit. Überstunden. Einmal hatte Fridolin Probleme mit seiner Office-App: Es war im Programm nicht vorgesehen, dass jemand mehr als 500 unerledigte Aufgaben speichert.
France Dernières Nouvelles, France Actualités
Similar News:Vous pouvez également lire des articles d'actualité similaires à celui-ci que nous avons collectés auprès d'autres sources d'information.
Mehr Arbeit ohne Bezahlung: Russland fordert seine Bürger offenbar zu Opfern für den Krieg aufPutin ordnet verstärkten Schutz der Grenzen an + Selenskyj dankt Deutschland für weitere Waffenlieferungen + Ukraine veröffentlicht Video zur Gegenoffensive + Der Newsblog.
Lire la suite »
Zur Arbeit den Hund mitnehmen - auch im Bundestag?Im Bundestag setzt sich eine neue Lobbygruppe für den Bürohund ein. Bei der Liebe zu Labrador, Dackel und Co. spielen Fraktionsgrenzen offenbar keine Rolle.
Lire la suite »
Wer stellt Berlins Sozialdemokraten neu auf?: Franziska Giffeys Tage an der Spitze der SPD sind gezähltFür Giffey bedeutet der SPD-Parteitag vor allem, dass ihr Bündnis mit Saleh an der Parteispitze nun auch für alle sichtbar endet. Den Abschied von ihren politischen Ambitionen muss das nicht bedeuten. Eine Analyse. (T+)
Lire la suite »
Hummels fassungslos: 'Die nächsten Tage werden brutal'Bei Borussia Dortmund herrscht nach der verlorenen Meisterschaft Fassungslosigkeit vor. Während die Fans die Mannschaft trotzdem feierten, wagten Emre Can und Mats Hummels bereits den Blick nach vorne.
Lire la suite »
BVB im Tal der Tränen: „Die nächsten Tage werden brutal“ – Terzic weint vor der SüdtribüneÜberwältigt von seinen Emotionen weinte Edin Terzic hemmungslos. Vor der gigantischen Südtribüne der treuesten BVB-Fans klopfte sich der Trainer von Borussia Dortmund mit der rechten Hand aufs Herz un [...]
Lire la suite »