Kaputte Aufzüge oder schwer verständliche Durchsagen machen es Menschen mit Behinderung schwer, Bus und Bahn ohne Hilfe zu nutzen. Verkehrsunternehmen in Berlin rüsten zwar kontinuierlich nach. Doch reicht das? Barrierefreiheit
Nach 14 Jahren im Rollstuhl ist Jan Kajnath ein Profi in der Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs. Er kennt die Stationen, an denen es keinen barrierefreien Zugang gibt, checkt vor dem Losfahren online, welche Aufzüge in Berlin defekt sind und plant bei ungeplanten Strecken extra viel Zeit ein.
Zehn Prozent der Bevölkerung sind nach Schätzungen der Berliner Senatsverwaltung für Soziales zwingend auf Barrierefreiheit angewiesen. 30 bis 40 Prozent bräuchten sie als notwendige Hilfe bei der Bewältigung des alltäglichen Lebens. Ein Restaurantbesuch, eine Busfahrt oder das Finden einer barriefreien Wohnung ist für diese Menschen nicht ohne weiteres möglich.
Doch können die rund 7000 Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt sich in Berlin „ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe“ bewegen, wie es das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen vorsieht? Immerhin hatte sich der Berliner Senat im Jahr 2019 im sogenannten Nahverkehrsplan das Ziel gesetzt, den Öffentlichen Personen Nahverkehr bis Anfang 2022 vollständig barrierefrei auszubauen.
Den Einschätzungen der Berliner Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen zufolge, Christine Braunert-Rümenapf, konnte das Ziel nicht erreicht werden. „Es gibt zwar kontinuierlich Fortschritte beim Ausbau der Barrierefreiheit im ÖPNV, aber dies geschieht langsam. Viele Projekte dauern zu lange, sowohl in der Planung als auch in der Umsetzung“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
17 Prozent der U-Bahnhöfe sind Angaben der Berliner Verkehrsbetrieben zufolge nur über Stufen erreichbar, 23 Prozent haben noch kein Blindenleitsystem. Von den 143 Bahnhöfen seien 134 mit Aufzügen und 8 mit Rampen ausgestattet. Von 816 Straßenbahnhaltestellen ist gut ein Viertel noch nicht barrierefrei. Bei der S-Bahn fehlt in Berlin und Brandenburg noch an 8 von insgesamt 168 Bahnhöfen ein Aufzug.
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